Presse

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27.03.2018, 10:42 Uhr | Heilbronner Stimme von Kilian Krauth
Fraktionschef und Handwerker
Thomas Randecker übernimmt von Alexander Throm den CDU-Vorsitz im Gemeinderat.
Foto: Dennis Mugler
 

Nicht etwa CDU oder Buga, sondern Handwerk steht auf seinem roten Sticker am Revers. Und so soll es auch bleiben, betont Thomas Randecker. "Als Politiker sollte man ebenso geerdet sein wie als Elektrotechnikermeister", meint der gebürtige Böckinger, den die Liebe zu Ehefrau Karin "nach Neckargartach gezogen hat", wo auch die Söhne Manuel (16) und Fabian (12) zur Welt kamen.

Der 45-jährige wurde am Montagabend von der zwölfköpfigen CDU-Fraktion, der stärksten im 40-köpfigen Heilbronner Gemeinderat, zum neuen Vorsitzenden gewählt. "Einstimmig", wie sein Vorgänger Alexander Throm (49) am Dienstag vor der Presse ausführt. Erster Stellvertreter bleibt Thomas Aurich (Heilbronn), zweiter Alban Hornung (Kirchhausen), dritter ist nun Uwe Mettendorf (Neckargartach).

Throm will sich auf sein Bundestagsmandat konzentrieren

Anlässe zum Wechsel an der Fraktionsspitze gibt es für Throm einige: Erstens sei die Zeit nach 15 Jahren dafür reif, wobei er Stadtrat bleibe. Gleichzeitig will sich der Jurist auf sein Bundestagsmandat konzentrieren, den jüngst übernommenen CDU-Kreisvorsitz nicht vernachlässigen − und noch Zeit für die Familie haben. Nicht zuletzt sollten sich die Christdemokraten rechtzeitig vor der Kommunalwahl 2019 personell klar positionieren. So hat Throm kürzlich den Stadtkreis-Vorsitz an Verena Schmidt (Biberach) übergeben, die auch auf der Kommunalwahlliste der CDU ganz vorne mitspielen dürfte.

"Wichtiger als Personen", so sagen Throm und Randecker immer wieder, seien Inhalte. Auch wenn er "manches anders machen" werde, steht beim neuen wie schon beim bisherigen Fraktionschef ein kinder- und familienfreundliches Heilbronn ganz oben auf der Agenda, dicht gefolgt von der Haushaltskonsolidierung und: "Bei Bausachen müssen wir ganz genau gucken."

Heilbronn steht vor großer Herausforderung

Dass sich Heilbronn in den letzten 15 Jahren "sehr, sehr gut" entwickelt hat, liege auf der Hand. Throm jedoch warnt gerade deshalb vor "einer gewissen Selbstzufriedenheit, die sich derzeit breitmacht". "Wir müssen uns die Fähigkeit zur Kritik bewahren, gerade, um die Stadt weiter voranzubringen." Randecker klingt etwas sanfter: Gerade im Buga-Jahr 2019 gelte es "alle Kräfte zu bündeln, um Menschen aus ganz Deutschland ein weltoffenes Heilbronn zu präsentieren".

Deshalb sollte schon jetzt überlegt werden, welche Vorhaben 2019 ruhen können und was danach angeschoben werden muss: mit den dann zur Verfügung stehenden finanziellen und personellen Ressourcen. Eine große Herausforderung sei es, in Zeiten des Fachkräftemangels pensionsbedingte "Lücken" im Rathaus zu schließen. "Stärker auf den Schirm bringen" will er zudem die Digitalisierung. "Es gibt noch viel zu viel Papier."

Wenig übrig hat Randecker für die AfD, die er unter jene einordnet, die "nichts leisten, und Worthülsen von sich geben". Während er im Rat nach wie vor offen für andere Schulterschlüsse sei − sofern sie Heilbronn voranbringen.