Vorstand Klingenberg


Vorsitzender

Mitglieder im Bezirksbeirat Klingenberg
Sprecher des Bezirksbeirats




Warum heißt Klingenberg "Klingenberg"?

Weil Klinge die Bezeichnung für eine Schlucht ist, die von Natur, genauer gesagt einem Bach, in einen Berg geschnitten wurde. Und genau dies geschah in Klingenberg durch den Klingenbach. 

Welche Geschichte hat Klingenberg?

400 Jahre lang wurde Klingenbach vom Grafen von Neipperg beherrscht. Allerdings besaß dieser in Klingenberg nicht gerade ein Imperium: um 1700 zählte Klingenberg etwa 90 Einwohner. Sie ernährten sich durch Landwirtschaft und Weinbau. Übrigens: Das Schloß ist bis heute in Familienbesitz des Grafen von Neipperg. Und viele Klingenberger betreiben heute noch den Weinbau an den selben Felsengärten wie Ihre Vorfahren. 

 Von 1805-1969 war Klingenberg eine eigenständige Gemeinde; 1970 wurde es dann zu Heilbronn eingemeindet. Der damals und heute kleinster Stadtteil zählte zu diesem Zeitpunkt 1.800 Köpfe. Trotzdem waren dies die entscheidenden Bürger, die Heilbronn über die 100.000er-Grenze brachten und damit den Titel "Großstadt". Neubaugebiete und der Stadtbus führten zu einer Bevölkerungszunahme, so daß Klingenberg heute knapp über 2.000 Einwohner zählt. 

Aber ganz so idyllisch wie es sich hier liest ist es leider nicht mehr.  

Das alte Klingenberg liegt noch immer wunderschön zwischen Neckar und dem Wein in die Klinge eingebettet; und genau darin liegt das größte Problem. Heilbronn und die angrenzende Landkreisgemeinden im Zabergäu haben in den letzen 20 Jahren einen enormen Bevölkerungszuwachs erfahren. Diese Bevölkerung nutzt natürlich im Zeitalter der Mobilität das Auto und benutzt die einzige Ausfahrtsstraße Heilbronn - Brackenheim (Zabergäu) täglich um an den Arbeitsplatz und zurück zu kommen. So quält sich Tag für Tag eine Blechlawinen von ca. 18.000 Fahrzeugen durch die viel zu schmale Klinge von Klingenberg. Eine baldiger Bau einer Umgehungsstraße, der die Anlieger der "Stadtautobahn ins Zabergäu" deutlich entlasten würde, ist auf Grund von fehlenden, realisierbaren Planungen nicht in Sicht.  

Ein weiteres Problem von Klingenberg liegt wohl in der fehlenden Eigenentwicklung. Klingenberg verliert immer mehr Bürger an die umliegende Landkreisgemeinden, weil seit Jahren keine bauliche Entwicklung möglich gewesen ist. Jahrelanges Drängen der Bezirksbeiräte hat nun Wirkung gezeigt. Im April 99 konnte ein dringend benötigtes Baugebiet für Klingenberg im Gemeinderat verabschiedet werden. Aufgrund der geringen Bevölkerungszahl und der fehlenden Parkmöglichkeiten entlang der Ortsdurchfahrt, kann sich nicht einmal mehr ein Bäcker oder ein Lebensmittelladen halten. So verfügt Klingenberg zwar über reichlich Banken und Frisörläden, aber keine Einkaufsmöglichkeit. Auch gibt es Schwierigkeiten, die in vielen Stadtteilen zu hören sind, wie der schlechte Zustand des Fußball-Vereinsheimes, das im Wasserschutzgebiet liegt und nicht renoviert werden kann, weil im dort Nichts an- oder umgebaut werden darf, oder das Schloß, das zusehends verfällt, weil der Graf von Neipperg keine Investitionen zum Erhalt der Gebäude tätigt, etc..  

Doch weil unter den rund 2.000 Klingenbergern viele nette, heimatverbundene Menschen leben, die gerne dort wohnen, hat nicht alles unter den Entwicklungen gelitten. So verfügt Klingenberg über ein reges Vereinsleben. Den Arbeitskreis Kultur im Schloß, den Fußballverein, die Gartenfreunde, die Chorgemeinschaft, der Tennisclub, die Kleintierzüchter, der Bauernverein, die Bürgerinitiative, der Imkerverein, die Feuerwehr etc.. All diese Vereine gehören dem Ortskartell Klingenberg an, welches jedes Jahr für ein ausgewogenes Kultur- und Dorfleben in Klingenberg sorgt. Und wo so viele aktive Vereine gemeinsam sich einsetzen ist auch immer etwas los. Der Stadtteil Klingenberg ist aus den unterschiedlichsten Gründen ein liebenswertes Örtchen geblieben, das über Jahrhunderte gewachsen ist und noch heute über eine ländliche Atmosphäre in unmittelbarer Stadtnähe verfügt.  

(Marion Fischer)